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Archiv vom 28.09.2009

Warum Oben im Cineplex nicht in 3D läuft

Montag, 28.09.2009
Disney antwortet Cineplex

Thomas Menne, Vice President/Managing Director der Walt Disney Studios Motion Pictures Germany, hat auf Äußerungen und Statements von Cineplex zum Thema „Handlingsgebühr bei 3D-Brillen“ und dem Sachverhalt, dass nur wenige Häuser der Kinogruppe den Film zum Start dreidimensional gespielt haben, reagiert und geantwortet . Im Folgenden die Statements.

Mitteilung von Cineplex:

Mit Enttäuschung hat die große Zahl der Cineplex-Gesellschafter einen Einsatz der 3D-Version von Disneys Film “Oben” absagen müssen. Nur in einigen wenigen Konkurrenzstandorten wird der Film ausgewertet, sodass der überwiegende Teil der möglichen 50 Cineplex-Leinwände, die nunmehr mit 3D-Installationen versehen sind, den Film nicht zeigen. Cineplex hat enorme Anstrengungen unternommen, bis zum Filmstart von ‚Oben’ rund 50 Leinwände mit der neuen 3D-Technologie auszurüsten. “Umso enttäuschter sind wir, dass das mit anderen wichtigen Verleihern bereits erprobte Geschäftsmodell für die Brillenhandlingsgebühr von Disney abgelehnt wird. Gerade auch für die Mehrwegbrillen-Systeme können wir auf einen fairen Ausgleich unserer Investition von über 5 Mio. Euro nicht verzichten. Es ist wirklich bedauerlich, dass die Markteinführung einer neuen Kinodimension nicht mit einem großen Paukenschlag in der Branche und beim Publikum etabliert wird, sondern einzelne Verleiher einmal mehr ihre Machtposition bei bestimmten Filmen auszubauen versuchen. Ich bin sicher, dass mit einer früheren Einigung der Film auch im Kino ganz anders hätte beworben werden können. Dass ‚Oben’ hinter den Erwartungen liegt, kann auch auf den fehlenden Einigungswillen von Disney zurückgeführt werden“, resümiert Cineplex-Geschäftsführer Kim Ludolf Koch das Scheitern der Verhandlungen.
“Wir haben eine kartellrechtliche Prüfung eingeleitet, hoffen aber dennoch, für die Zukunft wie bisher im 2D-Bereich mit Disney auch bei 3D partnerschaftlich zusammenarbeiten zu können,” fasst Koch die Stimmung in der Cineplex-Gruppe zusammen.


Statement von Thomas Menne:
Mit einer Mischung aus Überraschung und verständnislosem Kopfschütteln nehmen wir diesen Angriff auf unsere Reputation zur Kenntnis. Im Sinne einer möglichst positiven Vermarktung einer brandneuen Innovation, deren Entstehung ausschließlich den Studios zu verdanken ist, und dem Kino die so heiß ersehnte Alleinstellung im Verhältnis zu den anderen Auswertungsmedien verschafft, fehlt uns für diese Pressemiteilung das Verständnis, sowohl vom Grunde her wie auch inhaltlich. Da ja nun einige CINEPLEX-Kinos “Oben” mit großem Erfolg spielen wie auch alle anderen wesentlichen Kinos in dieser Republik, verstehen wir die Aufregung nicht. Mit Interesse nehmen wir allerdings das öffentliche Eingeständnis zur Kenntnis, dass scheinbar bewusst nur Orte mit Wettbewerbern für den Einsatz erwählt wurden. Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt. Da stellt sich die nahe liegende Frage, mit welchem Muskel denn hier gespielt werden sollte. Der 3D-Muskel kann es nicht gewesen sein, denn der hat – wie höchst einfach nachzulesen – hervorragend und Bogey-ausgezeichnet funktioniert. Aber scheinbar hat man ob all dieser Aufregung auf der CINEPLEX-Seite vergessen, dass es auch eine 35mm-Fassung gibt, die bei vernünftiger und professioneller Vorbereitung auch ihren wesentlichen Beitrag zu einem noch stärkeren Wochenende geleistet hätte. Darüber hinaus ist unsere grundsätzliche Haltung, dass alle mit unseren Filmen erzeugten Umsätze mit uns abzurechnen sind, insbesondere auch die ursächlich notwendigen Brillen bei 3D-Filmen. Dass nach den bisher akzeptierten Praktiken seitens einiger Kinobetreiber ein aus unserer Sicht unangemessener Hunger nach uns im gleichen Verhältnis zustehenden Umsätzen entstanden ist, ist für mich nachvollziehbar. Gleichwohl können und müssen wir nicht akzeptieren, dass durch unser Produkt entstehende Umsätze nicht in einem fairen Verhältnis korrekt geteilt werden.